Indiens Entscheidung, Gebühren für bestimmte Transaktionen, die über das beliebte digitale Zahlungssystem UPI (Unified Payment Interface) durchgeführt werden, einzuführen, hat viele Diskussionen über die Auswirkungen auf Unternehmen ausgelöst.
Details zur neuen Gebühr
Die National Payments Corporation of India hat angekündigt, dass ab dem 15. Oktober eine Gebühr von 0,4 Prozent für UPI-Transaktionen über 2000 Rupien (entspricht 15 Pfund und 21 Dollar), die von Kunden an Unternehmen gezahlt werden, erhoben wird. Diese Gebühr wird von den Unternehmen getragen, und sie sind nicht berechtigt, die Kosten an die Verbraucher weiterzugeben.
Die indische Regierung hat erklärt, dass diese neue Gebühr dazu beitragen wird, das UPI-System langfristig zu erhalten, aber Experten befürchten, dass diese Maßnahme die Kosten für Unternehmen erhöhen und sie von der Nutzung dieses Systems abhalten könnte.
Auswirkungen auf Unternehmen und den Markt
Das UPI-System, das 2016 eingeführt wurde, ermöglicht es den Nutzern, Geld sofort über mobile Apps zu senden und zu empfangen. Die Benutzerfreundlichkeit hat dazu geführt, dass dieses System ein unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Lebens in Indien geworden ist und von verschiedenen Gruppen, von kleinen Händlern bis hin zu großen Unternehmen, genutzt wird.
Bis heute wurden die Kosten für die Einführung und Erweiterung des UPI-Systems hauptsächlich von der Regierung, Banken und Zahlungsunternehmen getragen. Die neue Gebühr, die als Merchant Discount Rate (MDR) bekannt ist, wird voraussichtlich einen Teil dieser Kosten abdecken. Die Regierung hat erklärt, dass die MDR keine Steuer oder Gebühr ist, die von der Regierung oder der NPCI, die das UPI-System verwaltet, erhoben wird.
Diese Gebühr wird nur auf bestimmte UPI-Zahlungen angewendet. Überweisungen von Person zu Person in beliebiger Höhe bleiben kostenlos. Auch Zahlungen bis zu 2000 Rupien an Händler bleiben kostenlos. Zahlungen an Händler über QR-Codes in ländlichen und semi-ländlichen Gebieten unterliegen ebenfalls nicht der MDR.
Die Regierung hat erklärt, dass "fast 96 Prozent der Transaktionen von Person zu Händler nicht betroffen sein werden", da sie entweder unter der festgelegten Schwelle liegen oder aufgrund des Null-MDR-Rahmens für kleine Händler nicht in Rechnung gestellt werden.
Einige Händlertransaktionen über 2000 Rupien, einschließlich Zahlungen für Eisenbahnen, Telefonservices, Versicherungen, Kraftstoffe und landwirtschaftliche Eingaben, werden anstelle der MDR eine feste Gebühr von fünf Rupien haben. Für andere Transaktionen über 2000 Rupien, die der MDR unterliegen, beträgt die Gebühr 0,4 Prozent und maximal 300 Rupien pro Transaktion. Diese Obergrenze gilt für Transaktionen von 75.000 Rupien oder mehr.
Regulierungsbehörden haben erklärt, dass diese Gebühr in Investitionen in Bereiche wie Zahlungsinfrastruktur, Widerstandsfähigkeit, Innovation und Cybersicherheit fließen wird.
Diese Entscheidung hat in Indien viele Diskussionen ausgelöst. Einige Nutzer sozialer Medien haben geäußert, dass die Gebühren für Händler eine der größten Attraktionen von UPI, nämlich die Kostenfreiheit, untergraben könnten. Andere haben gewarnt, dass einige Händler möglicherweise für größere Transaktionen auf Bargeld zurückgreifen, um Gebühren zu vermeiden, die sie zuvor nicht gezahlt haben.
Einige Wirtschaftsexperten, darunter Krishna Murthy Subramanian, ehemaliger Wirtschaftsberater der indischen Regierung, glauben, dass die Wirtschaft eines Systems wie UPI nicht durch den Vergleich von privaten Kosten und privaten Nutzen bewertet werden kann.
Jetzt ist die Frage, ob die neuen Gebühren die Art und Weise beeinflussen werden, wie Unternehmen UPI nutzen, insbesondere für größere Zahlungen.



