Die Wolfspopulation in Italien hat etwa 3500 Exemplare erreicht. Laut den Daten der letzten nationalen Erhebung, die 2022 von Ispra (Institut für Umweltschutz und Forschung) durchgeführt wurde, ist diese Population seitdem um etwa 150 Exemplare gestiegen, insbesondere in den Alpenregionen.
Gesetzliche Änderungen und deren Auswirkungen
Im März 2026 hat Italien die von der Europäischen Union im Jahr 2025 genehmigten Richtlinien zum Schutz der Wölfe in nationales Recht umgesetzt. Diese Änderung des Status der Wölfe von "hochgeschützte Arten" zu "geschützten Arten" wirft Fragen unter Experten auf, ob diese Reduzierung des Schutzniveaus tatsächlich vorteilhaft sein wird oder nicht.
Die Anzahl der Wölfe in Italien hat in den letzten Jahren zu hitzigen Diskussionen geführt. Experten versichern, dass Angriffe von Wölfen auf Menschen ein sehr seltenes Phänomen sind. Pierro Genovese, Leiter der Koordinierungsdienste für Wildtiere bei Ispra, erklärt: "Wolfangriffe sind sehr selten und es besteht keine echte Gefahr für die Menschen, aber in den letzten Jahren haben wir einen Anstieg dieser Fälle beobachtet, der genau überwacht wird."
Anzahl der Angriffe und Verhalten der Wölfe
Laut den Daten von Ispra wurden zwischen 2017 und 2024 19 Angriffe von Wölfen auf Menschen registriert. Interessanterweise waren nur sieben Wölfe für diese Angriffe verantwortlich, und ein weiblicher Wolf hat allein 11 dieser Angriffe verübt. Diese Tatsache zeigt, dass diese Vorfälle außergewöhnlich sind und diese Wölfe ein untypisches Verhalten gezeigt haben.
Marco Antonelli, Biologe und Spezialist für große Säugetiere bei WWF Italien, sagt: "Es gibt tatsächlich keinen Grund, Angst vor Wölfen zu haben; es handelt sich um schüchterne und nachtaktive Tiere, die dazu neigen, Menschen zu meiden." Dennoch hat Ispra ein spezielles Protokoll zur Verwaltung von Stadtwölfen und "selbstbewussten" Wölfen erstellt, das das Verhalten der Wölfe basierend auf dem Gefahrenniveau bewertet.
Angesichts der Zunahme der Wolfspopulation und der gesetzlichen Änderungen wird erwartet, dass es in den kommenden Jahren bedeutende Veränderungen in der Verwaltung dieser Arten in Italien geben wird. Diese Veränderungen, insbesondere im Bereich der Jagd und des Managements der Wolfspopulation, könnten tiefgreifende Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften und das Ökosystem haben.



