Carlos Ghosn, ehemaliger Geschäftsführer von Renault-Nissan, der in Frankreich mit Korruptions- und Einflussnahmevorwürfen konfrontiert ist, erschien am Mittwoch zu Beginn seines Prozesses in Paris nicht. Dabei war auch kein Anwalt zu seiner Vertretung im Gericht anwesend. Ghosn, der mittlerweile nach Libanon geflohen ist, besitzt die Staatsbürgerschaft dieses Landes.
Details zu den Vorwürfen und Zahlungen
Carlos Ghosn wird beschuldigt, zwischen 2010 und 2012 900.000 Euro (entspricht einer Million Dollar) an Rachida Dati, die ehemalige Kulturministerin Frankreichs, gezahlt zu haben. Diese Beträge stammen von einer niederländischen Tochtergesellschaft der Renault-Nissan-Allianz. Diese Zahlungen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit Lobbyaktivitäten zugunsten des Automobilunternehmens im Europäischen Parlament. Zu dieser Zeit war Dati eine der Abgeordneten des Europäischen Parlaments.
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Rechtlicher Status und mögliche Konsequenzen
Ghosn sieht sich Vorwürfen des Machtmissbrauchs und der Korruption gegenüber, und Dati wird der Annahme von Bestechung beschuldigt. Beide haben die Vorwürfe zurückgewiesen und könnten im Falle eines Schuldspruchs bis zu 10 Jahre Haft und hohe Geldstrafen erhalten. Zu Beginn des Prozesses trat Dati zur Verteidigung an und nahm Platz auf der Anklagebank.
Im Gericht diskutierten die Parteien darüber, ob der Prozess in Abwesenheit von Ghosn fortgesetzt oder verschoben werden sollte. Ghosn hatte in einem Schreiben seiner Anwälte um eine Verschiebung gebeten und behauptet, die Ladung zum Prozess nicht rechtzeitig erhalten zu haben. Die Anwälte der Anti-Korruptionsorganisationen, die in diesem Fall involviert sind, haben zusammen mit der Staatsanwaltschaft gefordert, Ghosn in seiner Abwesenheit zu verhandeln. Die Entscheidung des Gerichts darüber, ob die Fälle von Ghosn voneinander getrennt werden sollen oder nicht, ist weiterhin in Prüfung.
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